Unimog

STESIM

Familie Steger-Simmich, Hunderdorf

Mercedes Benz Unimog 411

 

 

 

Mercedes Benz Unimog 411 b

Baujahr: 1964

Leistung: 34 PS

Hubraum: 1760 cm³

Höchstgeschwindigkeit: 53 km/h

 

Allgemeine Historie

Der Unimog (Universal-Motor-Gerät) wurde kurz nach Kriegsende von Albert Friedrich erfunden und ab 1946 gemeinsam mit Heinrich Rößler entwickelt. Dies geschah zu einer Zeit, als in der Land- und Forstwirtschaft die Ablösung der Handarbeit durch rationelle Maschinenanwendung bevorstand. Unter diesem Gesichtspunkt nahm der Unimog der 50er-Jahre mit allen erdenklichen Zusatzgeräten eine Schlüsselrolle ein.

Der Unimog hat Vierradantrieb mit Differentialsperren, er hat vier gleich große Räder für optimale Traktion, er wurde leicht gebaut und bot drei (vorne, hinten, seitlich) An- und Aufbauräume für Zusatzgeräte. Mit einer Geschwindigkeit von 53 km/h war er konventionellen Schleppern weit überlegen. Mit der geschlossenen Kabine wurden erstmals auch die gesundheitlichen Belange des Fahrers berücksichtigt.

In der Zeit von 1946 bis 1948 wurden sechs Prototypen durch die Firma Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd gebaut. Im Sommer 1947 zog man bereits nach Göp-pingen zu Gebr. Boehringer um. Dort wurden nun die ersten Unimogs mit dem Dieselmotor OM 636 mit 25 PS gebaut. Der Verkaufspreis lag unter 13.000 DM. Bis März 1951 wurden rund 600 Fahrzeuge gebaut, von denen es noch zirka 100 - 120 Stück gibt.

1950 kam ein Großauftrag des Schweizer Militärs mit 250 Unimog. Dies überstieg die Fertigungskapazität bei Boehringer und man gab die Produktion an Daimler-Benz nach Gaggenau ab. Dort lief der Unimog jetzt unter der Typenbezeichnung 2010.

Von 1953 bis 56 folgten die Typen 401 und 402, danach der Typ 411. Im Jahre 1964 wurde die Motorleistung von 25 auf 34 PS angehoben. Gefertigt wurde der 411 bis ins Jahr 1970.

Ein Großteil der ersten Unimogs wurde als offenes Fahrzeug mit Planenverdeck gebaut. Daneben wurde der 401 mit einer Stahlkabine von Westfalia ausgeliefert. Durch die vorstehenden Scheinwerfer erhielt das Fahrzeug ein markantes Aussehen und wurde im Volksmund "Froschauge" getauft. Auch für den 411 gab es eine Stahlkabine, die vor allem im kommunalen Bereich beschafft wurde.

 

Fahrzeug Historie

In Gaggenau mit der Seriennummer 411 119 028 901 gebaut, wurde unser Unimog an eine französische Kommune ausgeliefert. Ursprünglich auch nicht im typischen Unimog-Grün sondern in beige.

Von der Gemeinde ging der Üni (im Französischen wird der Unimog ganz charmant Ünimog ausgesprochen) an einen Schlossereibetrieb und kam 2012 in den Besitz von Monsieur Bertrand. Da Madame Betrands Auto unerwartet kaputtging, galt es Prioritäten zu setzen und der Unimog sollte zugunsten des neuen PKW wieder verkauft werden. Nachdem die Verkaufsverhandlungen abgeschlossen waren, gab es bei der Abholung ein großes französisches Mittagessen mit Sekt und Rotwein und dann wurde der Üni über 680 km nach Niederbayern transportiert.

Mittlerweile hat er sich in Bayern schon ganz gut eingelebt und hat auch den TÜV überzeugt, dass er ein echter deutscher Oldtimer ist, wenn er auch fast 50 Jahre in Frankreich verbracht hat.